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Zürich 2, Donnerstag, 2. September 2004

 

Am 4. September kreisen über Zürich die Adler

 

Die Greifvogel-Flugschau der Voliere Zürich anlässlich der «Langen Nacht der Zürcher Museen» wird zu einem besonderen Anlass. 

 

Weisskopfseeadler, Gänsegeier, Falke, Harris Hawk, Schleiereule und Uhu – diese Greifvögel sind die Stars der vier Flug- und Sonderschauen, welche die Voliere Zürich am Samstag, 4. September 2004 in Kooperation mit dem Greifvogelpark Buchs den Besucherinnen und Besuchern der «Langen Nacht der Zürcher Museen» präsentiert.

 

Offiziell beginnt die erste Flugschau mit den Tag- und Nacht-Greifvögeln um 19.00 Uhr. Selbstverständlich hält die Voliere Zürich für ihre Besucher weitere Überraschungen bereit.

 

Programm-Schwerpunkte

«Über Zürich kreisen die Adler»: Tag- und Nacht-Greifvögel hautnah erleben. Erika und Lucien Nigg zeigen Weisskopfseeadler, Gänsegeier, Falke, Harris Hawk, Schlei-ereule und Uhu. Die Zeiten: 19.00 bis 19.30 Uhr und 20.30 bis 21 Uhr: Flugschau mit Tag- und Nacht-Greifvögeln; 22.30 bis 23 Uhr und 24 bis 0.30 Uhr: Sonderschau mit Tag- und Nacht-Greifvögeln.

 

Kunstausstellung

Länder, Emotionen, Charaktere: Die faszinierenden Bilder der Malerin Gabi Pick sind in einer Ausstellung zu sehen. Die Eröffnung in der Voliere Zürich, die bis zum 4. Oktober zu sehen sein wird, ist faszinierend. Die 44jährige Autodidaktin stellt zum ersten Mal in der Schweiz aus und zeigt Bilder aus einer 15-jährigen Schaffenszeit, welche sofort das Herz berühren. Ob Landschaft oder Portrait, Gabi Picks Zeichnungen  und  Gemälde widerspiegeln  stets Wärme, Wahrheit, Liebe, Echtheit. Die Zeiten: 20 bis 20.30 Uhr: Eröffnung der Kunstausstellung; 21.45 bis 22.15 Uhr und 23.15 bis 23.45 Uhr: geführter Rundgang durch die Ausstellung; 24.00 bis 01.30 Uhr: freie Besichtigung.

 

Schlafen wie die Fledermaus: Exotische Vögel bei Nacht. Wussten Sie, dass die kleinen, in Südostasien lebenden Blaukrönchen-Papageien nachts kopfüber an den Ästen hängend wie Fledermäuse schlafen? In der Voliere Zürich können die Besucher der «Langen Nacht» die Blaukrönchen und zahlreiche andere Exoten bei ihrem nächtlichen Treiben beobachten. Die Zeiten: 19 bis 1 Uhr: freie Besichtigung; 1 bis 1.30 Uhr: geführter Rundgang.

 

Schlemmen im Volieren-Beizli: Von 19 Uhr bis 1.30 Uhr verwöhnt das Volieren-Beizli  im Volieren-Zelt und an der Open-Air-Bar traditionell mit Thai-Curry, kühlen Drinks und in einer gemütlicher Atmosphäre. Die Einnahmen kommen der Voliere Zürich zugute.

 


Zürich 2, Donnerstag, 1. April 2004

 

Neue Präsidentin, alte Geldsorgen

 

Herbert Haefelin hat nach 23 Jahren im Amt das Präsidium der Voliere-Gesellschaft Zürich an Elisabeth Kehl übergeben. Die Zukunft der Vogelhauses bleibt ungewiss.

 

Die Voliere am Mythenquai hat eine bewegte Geschichte hinter sich. Seit über hundert Jahren besteht das der Stadt gehörende Vogelhaus und ermöglicht Besuchern, gratis einheimische und fremdländische Vögel zu bestaunen Gleichzeitig betreibt die Voliere-Gesellschaft eine Pflegestation für verletzte Vögel und eine Vogel-Pension, in der gefiederte Haustiere während des Urlaubs gefüttert und gepflegt werden.

 

Doch die Zukunft dieser Institution ist nicht gesichert. Kopfzerbrechen bereitet jeweils die Finanzierung: So wies der Verein, der die Geschäfte der Voliere führt, vergangenes Jahr ein Minus von über 50`000 Franken aus. Bis vor fünf Jahren waren der Tierpfleger und die Mitarbeitenden (insgesamt 150 Stellenprozente) von der Stadt angestellt. Aus Spargründen wurden diese Stellen gestrichen Seither muss die Voliere-Gesellschaft selbst die Anstellung des Fachpersonals tragen, dessen Löhne mehr als die Hälfte der Ausgaben ausmachen. Zwar beteiligt sich die Grün Stadt Zürich jährlich immer noch mit 30’000 Franken an der Voliere, doch die übrige Lohnsumme muss der Trägerverein selber organisieren. Vergangenes Jahr setzte nun auch der Zürcher Tierschutz seine Zahlungen aus und knüpfte erneute (wohlgemerkt geringere) Beiträge an Bedingungen, die den Fortbestand der Voliere in der heutigen Form verunmöglicht hätten.

 

Über Zukunft und Vergangenheit der Voliere sprach Zürich 2 mit Herbert Haefelin, dem Ehrenpräsidenten des Vereins. Der 68jährige Adliswiler war 23 Jahre Präsident der Voliere-Gesellschaft und hat vergangene Woche sein Amt an Nachfolgerin Elisabeth Kehl abgegeben.

 

Zürich 2: Ist die Voliere Mythenquai gefährdet?

Herbert Haefelin: Akut ist sie nicht gefährdet. Der Betrieb der Voliere ist immer etwa auf zwei Jahre gesichert. Aber wir wissen nicht, was danach kommt. Und das ist natürlich ein schwieriger Punkt. Für den neuen Vorstand und auch für den Tierpfleger ist es unangenehm, nicht zu wissen, was in zwei Jahren ist. Es wäre wieder schön, sagen zu können: Wir sind noch zehn Jahre da. Man kann viel längerfristiger planen.

 

Warum braucht es überhaupt eine Voliere in Zürich?

Bei der Gründung vor 104 Jahren wollte man vor allem einheimische, aber auch exotische Vögel zeigen. Damals stand sie noch beim Züri Zoo. Heute haben wir sehr viele Schulen und Kindergärten, die uns besuchen. Nirgendwo sonst können Kinder so nahe an die Vögel heran. Wir haben immer noch sehr viele einheimische, aber auch fremdländische Vögel, zum Beispiel aus dem Regenwald. Dazu sind momentan Ausstellungen zum Regenwald und zur Feder in der Voliere zu sehen. Dieses Angebot wird von den Schülern sehr geschätzt. Und ich bin der Meinung, die Voliere braucht es je länger desto mehr: Wenn man etwas für die Umwelt – egal ob für die Schweiz oder den Regenwald – tun kann, dann hat die Voliere eine Daseinsberechtigung. Dazu kommt, dass sie eine offizielle Pflegestation ist. Wenn es keine Voliere mehr gäbe, müssten die rund 500 Vögel im Jahr vom Tierschutz übernommen werden. Auch das würde Geld kosten. Zu guter letzt betreiben wir eine Ferienstation, bei der man zu relativ tiefen Preisen die Vögel während des Urlaubs abgeben kann.

 

Wie sind Sie überhaupt zur Voliere gekommen?

Ich bin durch einen Verein als Delegierter an eine Generalversammlung geschickt worden. Man kannte mich als Hobby-Ornithologen. Und dann wurde ich kurzerhand in den Vorstand gewählt, ohne dass ich wirklich wollte. Ich war dann zehn Jahre Vorstandsmitglied, konnte aber nicht wirklich was bewirken. Die Voliere war lieblos und grau. Sie bot keinen schönen Anblick. 1981 wurde ich dann als Präsident gewählt – auch wieder, ohne dass ich es bewusst angestrebt hätte. Ich habe mir dann aber gesagt: Jetzt muss etwas laufen. Meine Frau wurde dann auch gleichzeitig als Sekretärin in den Vorstand gewählt. Anfangs war ich eher dagegen, dass wir als Ehepaar im Vorstand vertreten sind. Es zeigte sich dann aber, dass wir dank dieser Konstellation viel umsetzen konnten.

 

Was haben Sie konkret in den 23 Jahren als Präsident der Volieren-Gesellschaft umsetzten können?

Wir haben sämtliche Innen- und Aussenvolieren  erneuert. All die nötigen Planungsarbeiten habe ich als Architekt selbst ausgeführt, selbstverständlich kostenlos. So haben wir auch das komplette Wasserleitungs- und Heizsystem sowie die Innenräume der Voliere erneuert – auch dank der finanziellen Unterstützung des Zürcher Tierschutzes. Dann wurden wir ab 1981 zu einer offiziellen Pflegestation für Wildvögel. Aber auch in der Vogelzucht sind wir sehr erfolgreich gewesen: In den vergangenen 22 Jahren habe wir 185 Vögel aufgezogen. In den 90ern sind wir dann auch zwei Erhaltungszuchtprogrammen beigetreten. Auch unsere Mitgliedschaft im Zürcher Museumsverein hat uns weit gebracht: So haben wir nun immer wieder Wechselausstellungen in der Besucherhalle. Seit vergangenem Jahr sind wir auch im Internet vertreten. Und wir freuen uns riesig über den Erfolg der Website: Über 8000 Besucher aus dem In- und Ausland schauen monatlich im Internet bei uns vorbei.

 

Gibt es denn auch Projekte, die Sie nicht haben umsetzen können?

Ganz spontan würde ich sagen: keine. Klar gab es auch Enttäuschungen: Zum Beispiel als uns die Stadt auf Ende 1999 die Besoldung unserer Tierpfleger strich – und wir das aus der Zeitung erfahren mussten. Oder auch, als der Tierschutz plötzlich nur noch einen Drittel der ursprünglichen Unterstützung anbot, zu völlig unhaltbaren Bedingungen. Aber dank Gönnern und grosszügigen Spenden konnten wir den Betrieb der Voliere aufrechterhalten.

 

Wie sehen Sie die Zukunft der Voliere?

Wie ich schon gesagt habe, hat sie auf jeden Fall ihre Berechtigung. Seit wir im Museumsverein und im Internet vertreten sind, sind wir ziemlich populär geworden. Wir schreiben die Vögel nun auch lateinisch an, so dass wir auch viele Studenten haben, die uns besuchen. Vor allem für den Bildungsbereich, aber auch in Sachen Naturschutz ist die Voliere wertvoll.

 

Als ehemaliger Präsident – jetzt Ehrenpräsident – werden Sie nicht mehr so aktiv im Verein mitmachen. Wie gehen Sie damit um?

Die Abmachung mit dem Vorstand ist, dass wir – meine Frau und ich – jederzeit kommen, wenn sie uns brauchen. Wir werden aber nicht kontrollieren, ob alles läuft. Das hat der neue Vorstand nicht nötig. Die neue Präsidentin und ich haben ähnliche Ideen. Und die Jungen, die den Betrieb nun übernehmen, sollen ihre eigenen Objekte entwickeln und ausführen. Das Klima ist sehr gut zwischen jung und alt. Und wenn Not am Mann ist, sind wir nur einen Telefonanruf entfernt. Denn meine Frau und ich werden der Voliere immer treu bleiben.

 

Voliere Mythenquai

Der Besuch der Voliere ist gratis. Die Aussenvolieren sind immer zugänglich und können rund um die Uhr besichtigt werden. Die Besucherhalle ist von Dienstag bis Sonntag von 10 bis 12 Uhr und von 14 bis 16 Uhr offen. Verletzte (Wild-)Vögel können in der Notfall-Pflegestation abgegeben werden. Sie ist täglich von 7 bis 12 Uhr und von 13 bis 16:30 Uhr besetzt. Ausserhalb dieser Zeiten stehen zwei beheizte Vogelbriefkästen zur Verfügung. Mehr Informationen, auch zur Ferienpension sowie Unterrichtsmaterialien für Schulen können auf der Homepage www.voliere.ch gefunden und heruntergeladen werden.

 

Thomas W. Enderle


Zürich 2, Donnerstag, 13. November 2003

 

Neu: Die Voliere Zürich im Internet

 

Sie ist älter als der Zürcher Zoo: die Voliere im Aboretum-Park am Mythenquai 1 in Zürich. Der Auftritt im internet hilft auch den Schulen.

 

Seit 100 Jahren gilt sie unter Vogelfreunden aus aller Welt als ein wahres Schmuckstück und zugleich als eine unabdingbare Notwendigkeit, denn nirgends im Grossraum Zürich werden so viele erkrankte oder verletzte Vögel aufgenommen, gepflegt und wieder in die Freiheit entlassen wie in der Voliere Zürich.

 

Mit neuen, kostenlosen Dienstleistungen für Vogelfreunde und insbesondere für Lehrer und Schulkinder will die Voliere Zürich jetzt ihren Popularitätsgrad noch weiter steigern. Zahlreiche Sponsoren unterstützen das Projekt.

 

Seit 1903 ist die Voliere Zürich am Mythenquai 1 eine der populärsten Anlaufstellen für Vogelfreunde aus ganz Europa. Jährlich nutzen über 40’000 Besucher die Möglichkeit, sich kostenlos über die seltensten Vogelarten der Schweiz bzw. der Welt zu informieren und über 100 aussergewöhnlich faszinierende Vögel zu betrachten, die in sieben naturnah gestalteten Innen- und drei landschaftsähnlichen Aussen-Volieren betreut werden.

 

Die Auffangstation der Voliere ist die Anlaufstelle im Grossraum Zürich, um geschwächte, kranke oder verletzte Wildvögel in fachgerechte Obhut zu geben. Allein im Jahr 2002 wurden gegen 400 Vögel eingeliefert, von denen die meisten nach einigen Tagen Pflege wieder in die Freiheit entlassen werden konnten. Und nicht weniger als 4500 Mal haben die Tierpflegerinnen der Voliere Zürich telefonische Auskünfte gegeben.

 

In der Pensionsstation der Voliere werden jährlich rund 400 gefiederte Feriengäste betreut und im Rahmen von Erhaltungszuchtprogrammen wird erfolgreich für Nachwuchs des indonesischen Balistars und der riesigen, aus Neuguinea stammenden Krontauben gesorgt. Aktivitäten, die der Voliere Zürich sowohl national als auch international zu einem hervorragenden Ruf verholfen haben. Dank zahlreichen Führungen mit Schulklassen, Studenten, Firmen, Clubs und Senioren gilt die Voliere heute nicht nur als das Paradies für Mensch und Tier am Zürichsee, sondern auch als «Zürichs lebendigstes Klassenzimmer».

 

Zürichs kleinstes, aber lebendigstes Museum

Erstmalig hat die Voliere Zürich in diesem Jahr auch an der «Langen Nacht der Zürcher Museen» teilgenommen und durfte als kleinstes, aber lebendigstes Museum von Zürich in nur wenigen Stunden über 500 Besucher empfangen.

 

Neu: Die Voliere Zürich im Internet – Gratis-Dienstleistungen für Schulen

Seit 18. Oktober 2003 informiert die Voliere Zürich auch im Internet unter www.voliere.ch über ihre zahlreichen Dienstleistungen, die in der Voliere lebenden Vögel und aktuelle Sonderschauen. Angeboten werden unter anderem Gratis-Führungen für Schulklassen, die das Lehrpersonal online anmelden kann. Zusätzlich können die Lehrkräfte im Downloadbereich ergänzende Unterrichtsmaterialien herunterladen, die ihnen helfen, den Besuch der Voliere vorzubereiten.

 

Neue Sponsoren unterstützen die Voliere Zürich

Wie beinahe alle gemeinnützigen Organisationen muss auch die Voliere Zürich mit ihren finanziellen Mitteln streng haushalten. Neben der Stadt Zürich, welche die Voliere in diesem Jahr mit 30'000 Franken unterstützt hat, haben sich jetzt auch weitere Gemeinden und Unternehmen bereit erklärt, das Natur- und Vogelschutz-Engagement sowie die starke Jugendarbeit der Voliere-Gesellschaft Zürich zu unterstützen. So treten unter anderem Zumikon, Wallisellen, Küsnacht, Herrliberg, Zollikon und die Schulpflege Opfikon für die Belange der Voliere Zürich ein. Aber auch die Würth Finance International B.V. mit Sitz in Küsnacht und die in Düdingen bei Bern ansässige  Attendo Systems AG unterstützen die neuen Projekte der Voliere-Gesellschaft Zürich.

 

Herbert Haefelin, Präsident der Voliere-Gesellschaft Zürich: «Wir danken all unseren Sponsoren, unseren Mitgliedern und den vielen freiwilligen Helfern für ihre grossartige Unterstützung. Mit einem jungen, schlagkräftigen Team, das schon jetzt die neuen Dienstleistungen der Voliere erarbeitet hat und im kommenden Frühjahr die Leitung der Voliere Zürich übernehmen wird, sollen künftig zahlreiche weitere Projekte verwirklicht werden, die insbesondere Kinder und Jugendliche für den Natur- und Vogelschutz begeistern. Schon ab Januar 2004 führt die Voliere Zürich Schnupperlehren für angehende Tierpfleger und Tierpflegerinnen durch. Wir hoffen, demnächst auch eine Tierpfleger-Lehrstelle einrichten zu können.»

 

Projekte, welche die Voliere Zürich nur in Zusammenarbeit mit weiteren Sponsoren sowie zahlreichen Mitgliedern, Gönnern und Paten verwirklichen kann. Wer sich dafür interessiert, findet unter www.voliere.ch alle Angaben rund um die Voliere Zürich und ihre Aktivitäten. Oder man schaut am besten selbst in der Voliere am Mythenquai 1 in 8002 Zürich vorbei. Die Aussen-Volieren sind durchgängig zugänglich. Die Besucherhalle ist von Dienstag bis Sonntag jeweils von 10.00 Uhr bis 12.00 Uhr und von 14.00 Uhr bis 16.00 geöffnet. Montags bleibt die Voliere geschlossen. Der gesamte Betrieb ist rollstuhlgängig. Der Eintritt ist kostenlos.

 

Derzeitiges Highlight in der Voliere Zürich: Zwei kleine Strausswachteln, die am 21. Oktober dieses Jahres das Licht der Welt erblickt haben. (pd.)