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Wunderwerk Vogelfeder - Vom Dinosaurier zum Vogel





Auch die grossen Aras und der Rote Paradiesvogel wurden immer wieder Opfer der Federjäger.

Wer sich mit fremden Federn schmückt

Nacht für Nacht kuscheln wir uns wohlig in unsere Kissen und Decken – als Naturprodukt sind sie auch heute noch aus Daunenfedern hergestellt. Unsere Vorfahren haben vor der Erfindung der Stahlfedern Kiele von Gänse- und Schwanenfedern zu Schreibgeräten zugeschnitten. Und noch heute trägt mancher Jägersmann einen Federbusch auf seinem Hut.

 

Schon die alten Ägypter hatten entdeckt, dass Straussenfedern für Menschen ein hübscher Schmuck sind. Im Mittelalter schmückten die Ritter ihre Helme damit. Ganz gross in Mode kamen Straussenfedern im 19. Jahrhundert bei den Damen. Dass Afrikas Strausse die grosse Nachfrage nach ihren Schmuckfedern überlebt haben, ist allein den Straussenfarmen zu verdanken. Die erste wurde 1838 in Südafrika eröffnet, und schnell folgten weitere in Nordafrika, USA, Australien und in verschiedenen europäischen Ländern. Selbst Carl Hagenbeck gründete in Hamburg-Stellingen eine Straussenfarm. Um 1900 lebten über 700 000 Vögel in Gefangenschaft. Während des Ersten Weltkriegs kamen Straussenfedern aus der Mode; der Markt brach zusammen.

 

Afrikaner jagten Graupapageien – bevor sie sich als gewinnträchtige Handelsware erwiesen – vor allem deshalb, weil ihre roten Schwanzfedern als Kopfschmuck begehrt waren.

 

Die Indianer Ost-Brasiliens brauchten für ein paar Federn schon gar nicht mehr auf Jagd zu gehen. Grünflügel- und Gelbbrustaras schienen häufiger in den grossen Bäumen zu nisten, die mitten in den Dörfer standen. So rupften die

 


Indianer die Aras drei- bis viermal im Jahr, und aus den bunten Federn fertigten sie Kleider, Hüte, Armbänder, Besatz für ihre Holzsäbel, Tanz- und Festschmuck an. Manchmal verzierten sie sogar die Dächer ihrer Hütten damit.

 

Ins Staunen gerieten die spanischen Eroberer Mexikos unter Hernando Cortes, als sie den riesigen Zoo betraten, den der Aztekenherrscher Moctezuma in seiner Hauptstadt Tenochtitlán eingerichtet hatte. Da gab es, so berichtet Cortes‘ Begleiter Bernal Diaz de Castillo, «ein grossartiges Vogelhaus, das jede Art von Schmuckvögeln enthält, die dieser Kontinent aufweist.» Es diente unter anderem dazu, prächtige Papgeienfedern zu gewinnen. Im Übrigen sollen die alten Mexikaner mit Papageienfedern lebhaften Handel getrieben haben. Die Nistbäume waren Besitztum, das vom Vater auf den Sohn vererbt wurde.

 

Bei den Inkas in Peru galten Arafedern als grosse Kostbarkeiten. Die Ureinwohner Neuguineas stellten Papageien und Paradiesvögeln nach und schmückten mit den prächtigen Federn Geräte und Waffen. Papageienfedern wurden zu Kopf-, Stirn-, Hals- und Brustschmuck verarbeitet; sie zierten Gesichtsmasken, Trauergewänder, Tanzschmuck und zahlreiche Kultgegenstände.

 

Die Maori-Häuptlinge in Neuseeland trugen Mäntel, die mit den weichen Federn der Kakapos besetzt waren. Rote Papageienfedern dienten ihnen als Schmuck.

 

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Konzept / Gestaltung: Herbert und Katharina Haefelin