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Tagblatt der Stadt Zürich, Donnerstag, 2. September 2004

 

Museumsbesuch und Greifvogel-Show

 

Anlässlich der Langen Nacht der Museen lädt die Voliere Zürich am Mythenquai 1 zu vier Flug- und Sonderschauen mit Greifvögeln wie Weisskopfseeadler, Gänsegeier, Flke und Uhu ein. Beginn ist ab 19 Uhr, weitere Shows finden statt um 20.30, 22.30 und um 24 Uhr. Vorgängig sind 140 Kinder des Pestalozzi-Dorfes eingeladen.

 


Tagblatt der Stadt Zürich, Freitag, 14. November 2003

 

«Es war ein Riesenchrampf»

 

23 Jahre war Herbert Haefelin Präsident der Voliere Gesellschaft Zürich - nach vielen Hochs und Tiefs gibt er nun sein Amt ab.

 

In diesem Jahr feiert die Voliere im Arboretum-Park am Mythenquai 1 ihr 100jähriges Jubiläum. Beinahe ein Viertel dieser Zeit wurde die Einrichtung von Herbert Haefelin geleitet. Als Präsident der Voliere Gesellschaft Zürich sorgte der 68-Jährige dafür, dass ein Stück Kulturgut trotz finanzieller Schwierigkeiten überleben konnte. Nun will der gelernte Architekt Jüngeren Platz machen und gibt das Präsidentenamt im März 2004 ab.

 

Herbert Haefelin, wie sind Sie auf den Vogel gekommen?

 

HERBERT HAEFELIN: Die Natur hat mich schon ab kleiner Knirps interessiert. Ich habe damals meinen Vater zum Angeln begleitet. Ich bin also quasi über die Fische zu den Vögeln gelangt. Bald darauf hielt ich meine ersten Wellensittiche und Kanarienvögel. Mit den Jahren sammelte ich mit verschiedenen Vogelarten Erfahrung und schrieb diverse Beiträge für Fachzeitschriften. So kam es, dass ich 1969 in den Vorstand und rund 11 Jahre später zum Präsidenten der Voliere Gesellschaft gewählt wurde.

 

Was war für Sie das schönste Erlebnis während Ihrer Amtszeit?

 

HAEFELIN: Es gab mehrere sehr schöne Momente, besonders bei Führungen mit Kindern. Es ist immer wieder faszinierend, wie viel Interesse und Freude die Kleinen an den Vögeln haben. Sehr berührt hat mich auch eine Gruppe geistig Behinderter, die für die Führung extra Bilder mit Vögeln mitbrachten. Oder wie sich Blinde gefreut haben, als sie einen zahmen Papagei streicheln und Futtertiere anfassen durften.

 

Und welche Dinge werden Ihnen in negativer Erinnerung bleiben?

 

HAEFELIN: Die Jubiläumsfeier der Gesellschaft, die drei Jahre älter ist als die Voliere. An diesem Tag erfuhr ich, dass die Stadt unsere Tierpfleger nicht mehr bezahlen wird.

 

Die fehlenden finanziellen Mittel sind schon seit Jahren das Hauptproblem der Voliere Gesellschaft.

 

HAEFELIN: Leider. Wir sind eine der wenigen öffentlichen Freizeiteinrichtungen, die keinen Eintritt verlangen. Das ginge auch nicht, denn dafür sind wir zu klein. Auf der anderen Seite haben wir aber als Bildungsstätte, Auffang- und Zuchtstation für einheimische und exotische Wildvögel, Ferienunterbringung und Ort der Erholung enorme Aufgaben zu erfüllen. Daran gemessen, ist der finanzielle Beitrag der Stadt sehr bescheiden. Wenigstens haben uns die privaten Gönner bisher nie im Stich gelassen.

 

Gab oder gibt es keine Möglichkeit, auf anderem Weg Geld zu beschaffen?

 

HAEFELIN: Ein kleiner Teil unserer Kosten wird durch die Pflege von Vögeln, deren Besitzer Urlaub machen, gedeckt. Bei vielen Dingen wie dem Karten- oder Futterverkauf würden sich mit den Einnahmen auch der Aufwand und damit die Kosten erhöhen.

 

Seit rund drei Wochen ist die Voliere auch mit einer Site im Internet vertreten. Ist das Ihr Abschiedsgeschenk?

 

HAEFELIN: Dass dieses Projekt zu Stande kam, ist der Verdienst des ganzen Teams. Es war ein «Riesenchrampf», der sich aber gelohnt hat. Über www.voliere.ch erhält man nun alle Informationen, egal ob es sich um Öffnungszeiten, Vogelpflege oder die Preise für Vögel als Feriengäste handelt. Das steigert die Popularität und hoffentlich auch das Interesse der Sponsoren.

 

Sacha Beuth