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Graf Fabrice, von Gundlach und Payne-Smith -Stiftung



 

Der Stifter Eberhard Graf von Fabrice wurde am 29. Oktober 1851 in Dresden geboren und starb am 5. März 1942 in "Castle" Lostwithiel/Cornwall (England).

 

Sein Vater war der berühmte Sächsische General, Diplomat, Staats-, Kriegs- und Aussenminister sowie Vorsitzende im Sächsischen Gesamtministerium Georg Friedrich Alfred von Fabrice (1818-1891), der als die rechte Hand des Sächsischen Königs schlechthin unter anderem 1866/67 eine vollständige Reorganisation und Verdoppelung der Sächsischen Truppen durchführte, 1870 vom Preussischen König Wilhelm und dem Grafen Bismarck zum Generalgouverneur für das besetzte Frankreich mit Sitz in Versailles ernannt wurde und, wiederum in Dresden, auch für die weitsichtige Planung des riesigen, heute denkmalschutzwürdigen und immer noch voll funktionsfähigen Dresdner Militärkomplexes in der Albertstadt (erbaut in den Jahren 1873 - 1876 auf einem Areal von 1,5 km2 mit einer Bausumme von 18,5 Mio Mark) verantwortlich war, und von dessen Bedeutung noch heute ein grosses Mausoleum in Dresden zeugt.

 

In seiner aktiven Lebenszeit war der Stifter Rittmeister im Königlich Sächsischen Garde Reiter-Regiment und Königlich Sächsischer Kammerherr. 1877 vermählte er sich mit Frieda Gräfin von Fabrice, geb. von Gundlach-Torriesdorf (1843-1899) und 1903 mit Ethel (Queenie) Gräfin von Fabrice, geb. Payne-Smith (1868-1926). Während er die Zeit der ersten Ehe in Dresden verbrachte, übersiedelte er im Zusammenhang mit seiner zweiten Ehe nach England. In der Folge scheint er vorwiegend der Jagd nachgegangen zu sein, in England, Ungarn und anderswo. Seine zweite Frau war ihm, wie er schreibt, eine "treue Gefährtin bei allen Jagdexpeditionen und, obwohl nicht selbst als edle Frau jagend, von gleicher Liebe für Natur und Wild beseelt. Auch sind in erster Linie ihrer Kunst und ihrem Bemühen die vortrefflich präparierten und konservierten Schädel zu verdanken". Seine enormen Kenntnisse und sein Interesse an Jagd, Ballistik und Büchsen hat der Stifter in sehr zahlreichen und grossen Fachartikeln niedergelegt, die in den 20er und 30er Jahren in der Zeitschrift "Wild und Hund erschienen sind.

 

Die Graf Fabrice, von Gundlach und Payne-Smith -Stiftung wurde am 11. Juni 1926, exakt 30 Tage nach dem Tode der zweiten Ehefrau des Stifters, errichtet. Die Aufnahme der Ehefrauen in den Namen der Stiftung erfolgte ausdrücklich nicht nur "in Erinnerung an meine beiden verstorbenen Gemahlinnen", sondem auch "zum Andenken an deren Liebe für Tiere". Zweck der Stiftung, der im Verlaufe der Jahre nicht unbeträchtliche Geldmittel zugewendet wurden, war zunächst die Verlagerung von Vermögensteilen des Stifters in die Schweiz im Hinblick auf allfällige Fürsorgebedürfnisse der Familie des Stifters. Die Stiftung sollte jedoch nach dem Hinschied der wenigen, damals schon recht betagten und kinderlosen Familienmitglieder raschmöglichst in eine gewöhnliche Stiftung im Sinne des Schweizerischen Zivilgesetzbuches umgewandelt werden. Nebst der Pflege von Nachlassgegenständen und Grabstätten hat sich die Stiftung deshalb ab 1950 (nach Abwicklung der Nachlassangelegenheiten des Stifters) zur Hauptsache der Unterstützung aller Arten von Tierschutzbestrebungen gewidmet. "Möge die Stiftung den Tieren zum Segen gereichen und dazu beitragen, auch ihr Seelenleben zu erkennen und zu würdigen" heisst es dazu im Ingress zur Stiftungsurkunde. Es zeugt von der Weitsicht des Stifters, dass er schon damals, 1926, als speziell unterstützungswürdige Bestrebungen im einzelnen gute Tierhaltung, Tier-Asyle, humanes Schlachten und Wildschutz bezeichnet hat. Haupttätigkeitsgebiet der Stiftung ist die Schweiz. In kleinerem Ausmasse soll sie auch in Deutschland und Ungarn aktiv sein.

 

Ihren Sitz hat die Stiftung in Chur. Der Stiftungsrat besteht derzeit aus den Herren lic. iur. Andrea Engi, Chur, Präsidium und Verwaltung; Dr. med. Rolf Schwammberger, Zürich; und Dr. med. vet. Peter Weilenmann, ehem. Zoodirektor, Zürich.


 

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