Bei den Loris bleibt kein Blatt am Stamm

Sie zählen zu den farbenprächtigsten und liebenswertesten Bewohnern unserer Voliere: die munteren Blaubürzel-Schönloris. Mit dekorativen Grünpflanzen gehen sie allerdings unbarmherzig um.
Die Heimat der Blaubürzel-Schönloris ist Nordwest-Neuguinea. Dort bewohnen sie den tropischen Regenwald. Sie sind oft an Waldrändern anzutreffen, auf den wenigen übrig gebliebenen Bäumen in Rodungsflächen sowie in Kokosnuss-Plantagen.
Loris sind gesellige Vögel; sie leben paarweise und in kleinen Gruppen zusammen. Zu Dutzenden, ja in ganzen Schwärmen suchen sie in den Kronen blühender Bäume – häufig mit anderen Nektar und Pollen suchenden Vögeln – nach Nahrung. Obwohl sie ausgesprochen aktive und laute Vögel sind, sind sie im dichten Blattwerk nur schwer zu entdecken.
Blaubürzel-Schönloris gehören zu den wenigen Loriarten mit deutlichen Geschlechtsunterschieden. Beim Männchen leuchten Wangen und Zügel im grünen Gefieder scharlachrot, die violetten Ohrdecken sind hellblau gestrichelt. Scharlachrot sind ebenfalls die Unterflügeldecken mit dunkelblauem Fleck in der Bürzelregion. Schnabel und Füsse der Vögel sind rot. Länge: 17 Zentimeter. Die Schönlori-Weibchen sind mit Ausnahme der gelben Ohrdecken und der gelben Schwanzunterseite einfarbig grün.
Den schmalen Schnäbeln der Schönloris ist anzusehen, dass ihre Nahrung im Wesentlichen aus Blüten, Pollen und Nektar besteht. Um an diese – ihre Lieblingsnahrung – zu

|
gelangen, strecken sie ihre Zunge weit vor und «pinseln» mit der bürstenartig geformten Zungenspitze die begehrten Nahrungsstoffe aus den Blüten. Daneben ernähren sich die Schönloris von Früchten und – so wird vermutet – von Samen.
Eine Gruppe Blaubürzel-Schönloris bewohnt in der Besucherhalle der Voliere am Mythenquai eine 4 Meter lange, 2,4 Meter breite und 2,8 Meter hohe Voliere mit Beleuchtung und fliessendem Wasser. Äste von Laubbäumen dienen als Sitzgelegenheiten. Leider ist es uns bis heute nicht gelungen, die dekorativen Grünpflanzen dauern zu erhalten, da diese Loris ausgesprochen nagebedürftig sind. In Bruthöhlen aus Holz sind zahlreiche Jungvögel aufgezogen worden, die wir gut platzieren konnten.
In Volieren sind Loris anspruchsvolle Kostgänger und das Zubereiten der täglichen Futterration ist aufwändig. Die Vögel erhalten als Ersatz für ihre Nektarnahrung einen Spezialbrei, der alles Notwendige enthält, um die Tiere über Jahre gesund zu erhalten. Dazu kommen eine Weichfuttermischung, verschiedene Hirsearten (auch gekeimt), Kolbenhirse sowie je nach Saison Früchte, Gemüse und Beeren.
Der flüssige Kot der Vögel verschmutzt die Voliere stark, sie wird deshalb täglich gründlich gereinigt. Die grosse Verschmutzung und die komplizierte Fütterung sind Gründe, um von einer privaten Haltung dieser Vögel abzuraten.

|