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Erhaltungszuchtprogramm des Balistars




In freier Wildbahn gibt es heute kaum mehr als 20 Exemplare des Balistars.

Hilfe für den Balistar

 

Der Balistar (Leucopsar rothschildi) ist weltweit eine der meist bedrohten Vogelarten. Ein nur noch wenige Hektar grosses Gebiet im Norden der indonesischen Insel Bali - der Bali Barat Nationalpark - beherbergt die letzten freilebenden Balistare. Die gesamte Population in diesem Schutzgebiet beträgt nach neuesten Zählungen kaum mehr als 20 Exemplare. Die Gründe für den dramatischen Rückgang des Balistars liegen vor allem beim Menschen: Bevölkerungsdruck, Landwirtschaft, Tourismus und in erster Linie Wilderei.

 

Gefängnisstrafen für Wilddiebe

 

Bis heute ist es den indonesischen Behörden nicht gelungen, die Wilderei einzudämmen. Dies, obwohl der Balistar den schärfsten Bestimmungen des Washingtoner Artenschutzabkommens untersteht, das den internationalen Handel mit gefährdeten freilebenden Tieren und Pflanzen regelt. Seiner Seltenheit wegen ist der Vogel mit dem nahezu weissen Gefieder in Indonesien zum Prestigeobjekt geworden, sein Wert auf dem Schwarzmarkt auf rund 2000 US-Dollar gestiegen. Bei einer für Indonesien immensen Summe vermögen selbst hohe Geld- und Gefängnisstrafen Wilddiebe nicht von ihrem Tun im Schutzgebiet abzuhalten.  


Nachzucht als letzte Rettung

 

Dank ihrer Anpassungsfähigkeit haben zahlreiche Balistare in Menschenobhut überlebt, weltweit dürften es über 1000 Vögel sein. In Europa waren 1997 105 Institutionen (Zoos, Vogelparks und Privathalter) dem Europäischen Zuchtprogramm (EEP) angeschlossen. Dieses stellt Nachzuchttiere für die Ausbürgerungsstation im Bali Barat Nationalpark zur Verfügung. Nachgezüchtete Vögel auszubürgern ist für den Balistar die einzige Überlebensmöglichkeit. Wissenschafter gehen davon aus, dass für den langfristigen Erhalt des Balistars neben den 1000 Tieren in menschlicher Obhut eine Population von 100 Tieren im Freiland erreicht werden muss.

 

34 Balistare in der Voliere Zürich geschlüpft

 

In unserer Voliere sind seit 1997 junge Balistare geschlüpft und aufgezogen worden. Sie wurden in der Schweiz, meist paarweise, an die Volieren in Winterthur, St. Gallen und Zug sowie an einzelne private Züchter weitergegeben und haben in der Zwischenzeit ebenfalls für Nachwuchs gesorgt. Auf Anweisung des EEP-Koordinators ist ein Jungvogel sogar in den Zoo von Aalborg in Dänemark gereist.

 

Um eine noch bessere Nachzucht zu gewährleisten, hat die Voliere Zürich derzeit ihre Balistare in einer riesigen Freiflughalle des Tropiquarium de Servion untergebracht.

 

 Der Clown aus Bali darf nicht sterben...

 


 

Quelle: Voliere-Gesellschaft Zürich