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 Letzte Änderung:  12.01.2009
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Ara-Haltung will gelernt sein




Der Gelbbrust-Ara (Ara ararauna) bewohnt weite Teile Südamerikas und fühlt sich in Wäldern, an Flüssen und Seen wohl.

Buntes Gefieder und mächtige Schnäbel: Aras sind die wohl bekanntesten Papageien überhaupt. Ihre Haltung in Menschenobhut ist jedoch nicht unproblematisch.

 

Die Heimat der Ara-Papageien sind die tropischen Regenwälder Mittel- und Südamerikas. Dort ernähren sie sich von Samen, Knospen, Früchten und Beeren, die dank einer artenreichen Pflanzenwelt das ganze Jahr über gedeihen. Aras nisten in Baumhöhlen und legen je nach Art zwei bis vier Eier.

 

Die grössten Papageien der Welt

Die grössten Aras – 15 Arten zählt diese Papageien-Familie – werden bis zu einem Meter lang; ein grosser Teil dieser Länge entfällt auf den spitz zulaufenden Schwanz. Das kahle Gesicht mit dem mächtigen Schnabel steht in scharfem Kontrast zum leuchtenden Gelb, Grün, Blau und Rot ihres Gefieders. Den Indianern dienten die bunten Federn lange Zeit als Kopfschmuck und für die Verzierung ihrer Kleidungsstücke. Bald nach der Entdeckung des neuen Kontinents weckte die Farbenpracht der Aras auch die Begehrlichkeit der Europäer. Vor allem der Gelbbrust-Ara ist in unseren Breitengraden noch heute häufig anzutreffen. Er ist vor allem dank seiner Begabung zur Nachahmung beliebt.

 

Verantwortungsvoll handeln

Wer sich den Kauf von Ara-Papageien interessiert, sollte sich vorab mit dem Veterinäramt seines Wohnkantons in Verbindung setzen. Denn die Haltung dieser grossen Papageien ist nicht nur bewilligungspflichtig, auch beim Bau der Voliere müssen zahlreiche Vorschriften des aktuellen Tierschutzgesetzes beachtet werden. Aras dürfen nicht einzeln gehalten werden. Bitte nicht vergessen: Aras können sehr laut sein! Weitere Fragen, die es vor dem Entscheid «Aras – ja oder nein?» – zu beantworten gilt: Kann ich die nötige Geduld aufbringen, die Tiere langsam an ihre neue Umgebung zu gewöhnen und bin ich zu einer langfristigen Verpflichtung bereit? Aras sind langlebige und empfindliche Vögel und sollten keinesfalls schon nach kurzer Zeit wieder weggegeben werden.


Aras sollen gesund bleiben

Haben wir uns für die Haltung von Aras entschieden, gilt es, sie mit ausgewogener und abwechslungsreicher Ernährung gesund zu erhalten. Als Grundfutter eignen sich im Handel angebotene Futtermischungen für grosse Papageien mit Sonnenblumenkernen, Hafer, Mais, Rohreis, ungerösteten Erdnüssen und Kürbiskernen. Diese Mischung kann durch wechselnde Zugabe von Weizen, Kardisaat, Hanf, Hasel- und Zirbelnüssen bereichert werden. Ebenfalls wichtig sind gekeimte Sämereien, etwa eine Mischung aus Hafer, Weizen, Kardisaat, Sojabohnen und Sonnenblumenkernen. Zubereitung: Einen halben Joghurtbecher dieser Mischung 24 Stunden im Wasser vorkeimen lassen. Anschliessend unter fliessendem Wasser gründlich spülen und in einem Sieb abtropfen lassen. Nach weiteren 24 bis 36 Stunden – je nach Wärmeeinwirkung – sind die Keime durchgebrochen und können verfüttert werden. Zu einer abwechslungsreichen Ernährung gehören auch Obst und Grünes: Äpfel, Birnen, Kirschen, Erd-, Johannis- und Himbeeren sowie Pflaumen; Bananen, Orangen, Ananas und Kiwi. Karotten und Randen eignen sich ebenso wie Petersilie, Endivien, Spinat oder Fenchel. Ein im Handel erhältlicher Mineralstein deckt den Bedarf an Mineralien. Badefreudige Vögel sind Aras nicht, aber das Trinkwasser darf nicht vergessen werden. Und sie lassen sich – als Regenwald-Bewohner – gerne mit lauwarmem Wasser besprühen.


 

Text / Fotos: Herbert und Katharina Haefelin